Iyengar-Yoga ABC


An dieser Stelle findet ihr eine kleine Bibliothek zum Thema Yoga und insbesondere Iyengar-Yoga.

Seid ihr neugierig geworden und wollt mehr über die Yoga-Tradition erfahren,

findet ihr unten die Quellen dazu und weiterführende Literatur. 

 

Viele der Begriffe entstammen dem Sanskrit, der ältesten indischen Sprache, in der auch die ursprünglichen religiösen Schriften, die Veden, verfasst wurden. Der Ursprung der Yoga-Philosophie, basierend auf den Yoga-Sutren des Patanjali, ist zeitlich zwischen dem 4 Jh. vor Christus und dem 2. Jh. nach Christus angesiedelt.

A


  • Ashtanga Yoga – der achtgliedrige Weg des Yoga
  • Atman – das innerste Selbst, das in allen Dingen präsent ist
  • Asana – Körperhaltungen, die kräftigen und innere Stärke vermitteln, dritte Stufe des Ashtanga Yoga
  • Abhyasa – die unermüdliche Yogapraxis
  • Ahimsa – Gewaltlosigkeit
  • Ahamkara – die Ich-Wahrnehmung, das Ego

B


  • Bhakti Yoga – das Yoga der Hingabe an das Göttliche
  • Bhrama, Bhraman – das ewige ungeteilte Absolute
  • Brahmanen – höchste Kaste im indischen Kastensystem, Priester und Hüter der Veden
  • Baddha Konasana – ein Asana, der geschlossene Winkel
  • Bhagavadgita, Kernstück der Mahabartha, des indischen Heldenepos. Sie gilt als Quintessenz der Veden, heiliges Kleinod der Hindus und wird auch als die Bibel des Ostens bezeichnet, ähnlich wie die Thora der Juden oder der Koran der Muslime-

C


      Citta-vritti-nirodha – die Sutra 2 des 1. Kapitels der Sutren des

      Patanjali

  • Citta – das Bewusstsein,
  • Vritti – sich drehen, Schwankungen,
  • Nirodha – zügeln

        "Das Ziel des Yogas ist die Zügelung der unendlichen
                                                                 Schwankungen des Bewußtseins."

 

  • Chakra: Rad, Schwungrad oder Kreis. Die Chakren werden als subtile, feinstoffliche  Energiezentren entlang der Wirbelsäule in bezeichnet und finden Erwähnung in vielen Yogischen Texten.

 

 

 

 

E


Eka-Pada

  • Sanskrit. Eka heißt Eins und Pada der Fuß.Der Begriff Eka_Pada wird in der Bezeichnung von Yoga Haltungen benutzt, wenn die Aktion durch das Abspreizen oder Vorstrecken von einem Fuß oder Bein ausgeht, wie z.B Eka-Pada Savarangasana; der Schulterstand mit einem gehobenen Bein und einem Fuß am Boden.

D


  • Dharsanas (shad) – die klassischen Schulen Indischen Denkens:
  1. Nyaya
  2. Vaiseshika
  3. Samkhya
  4. Yoga
  5. Purva Mimamsa
  6. Uttara Mimamsa

Die unterschiedlichen Lehren haben das gemeinsame Ziel, dem Menschen einen Weg der Befreiung aus dem Rad des irdischen Leidens und seinen unzähligen Wiedergeburten zu zeigen. Die Schule des Yoga entspringt der Philosophie des Samkhya und vertieft diese.

  • Dharana: konzentrierte Sammlung und Läuterung des inneren Sinns, sechste Stufe des Ashtanga Yoga
  • Dhyana: die Innenschau oder Meditation, Läuterung des Bewusstseins, siebte Stufe des Ashtanga Yoga.

F


Der Fuß

  • Die Öffnung des Fußes ist die Voraussetzung und Basis für die korrekte Ausführung aller Standhaltungen, die Beinstreckung  und die Aufrichtung unserer Wirbelsäule. 

G


  • Gomukasana: Yogahaltung: Das Kuhgesicht
  • Garudasana: Yogahaltung: Der Adler
  • Die drei Gunas:
    sind in der Samkhya Schule die Grundeigenschaften der Materie:
    - Sattva (Bewußtsein, reiner Geist, Weisheit)
    - Rajas (Energie, Kraft, Dynamik, Aggression, Zielgerichtetheit)
    - Tamas ( Materie, Schwere, Trägheit, Passivität)

             Die ständige Wechselwirkung der drei Gunas bestimmt in der

             Samkhya Philosophie die Natur des menschlichen Daseins.  

 

I


           

                     Iyengar Yoga: Yogatraditon nach B.K.S. Iyengar     

 

                          "Der Körper ist der Bogen,
                                         das Asana der Pfeil und die Seele das Ziel."

H


  • Halasana: Yogahaltung: Der Pflug
  • Hatha Yoga: Ha - die Sonne, Tha - der Mond. Der Begriff Hatha Yoga taucht zum ersten Mal auf im 14. Jh. in der Hatha Yoga Pradipika des Autors Svatmarama. Er beschreibt 15 Yogahaltungen, Atemübungen und Mudras.

 

 

 

 

 

J


  • Janu Shirshana:  Yogahaltung: Janu - das Knie, Shirsana - der Kopf
  • Jalandhara Banda: Yogahaltung: Jala- Gewebe, Netz, Bandha - fesseln, zusammenfügen, binden.
    Bei Atemübungen wird mit einem Bandha eine Körperöffnung verschlossen. Bei Jalandhara werden Nacken und Kehle zusammengezogen und das Kinn liegt auf der Brust.

K


  • Karma: Die Lehre von Ursache und Wirkung, die den Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt bestimmt.
  • Kumbhaka: Anhalten des Atems nach einer vollen Ausatmung. Bestandteil fortgeschrittener Atemübungen (Pranayama im Zusammenhang mit Bandhas (Verschluss))
  • Konasana: der Winkel, Beschreibung verschiedener Yogahaltungen: Bada Konasana, der geschlossene Winkel, Upavistha Konasana, der offene Winkel etc.

 

M


  • Mahabaratha: monumentales Heldenepos der Hindus. Sie besteht aus 100.000 Doppelversen und gilt als die längste Dichtung der Weltliteratur.
  • Moksha : Endgültige Befreiung der Seele.
  • Malasana: die Girlande, eine Yogahaltung
  • Marichyasana: Name eines Heiligen und eine Yogahaltung

L


  • Lolasana: - Zittern, schwingen, hin- nd herbewegen, Name einer Yogahaltung
  • Lila: das göttliche Spiel in und mit der Schöpfung

 

 

 

 

 

 

N


  • Namaste: indischer Gruß
  • Niyama: ethischer Verhaltenskodex zur Selbsterziehung und Reinigung,  zweite Stufe des Ashtanga Yoga, bestehend aus Reinheit (sauca), Zufriedenheit (samtosa), Selbstdisziplin (tapas), Selbststudium (svadhyaya), Gottes-Ergebenheit (isvara-pranidhana).
  • Nadi: Energiekanäle

O


  • Om (auum) : der heilige Ton, der Urton der Schöpfung, Symbol des Absoluten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

R


  • Raja Yoga: auch der Königsweg des Yoga genannt, der Raja Yoga wird unmittelbar auf den Yoga des Weisen Patanjali zurückgeführt, niedergelegt in den 195 Sutras des Patanjali

P


  • Prananyama: die Kunst der Atemübungen, vierte Stufe des achgliedrigen Weges des Ashtanga Yoga
  • Pratyahara: Zurückzug aller Sinne aus der äußeren Welt, fünfte Stufe des Ashtanga Yoga
  • Prana: die Lebensenergie, die wir über den Vehikel des Atems wahrnembar ist.
  • Purusa: die unvergängliche Seele oder der Seher in der Samkhya Philosophie.
  • Patanjali: Weiser dessen Lehrsätze (sutras) die älteste bekannte schriftliche Quelle des Yogas sind und Grundlage für den Hatha Yoga und Raja Yoga.

S


  • Samadhi: die Erleuchtung der Seele und achte Stufe des Ashtanga Yoga
  • Sutras:  wörtlich  sutra  "der Faden" , in diesem Zusammenhang die Lehrsätze des Patanjali.
  • Savasana: die Totenstellung, die schwierigste aller Yogahaltungen mit dem Ziel, die Gedanken mit Hilfe der Atembeobachtung zum Stillstand zu bringen.
  • Salamba Shirsasana: der Kopfstand
  • Salamba Savarangasana: der Schulterstand

T


  • Tadasana: Yogahaltung die Bergstellung. Grundstellung als Ausgangshaltung für alle Standhaltungen.
  • Tapas: wörtlich Hitze, im übertragenen Sinne steht es für die Fähigkeit Schwierigkeiten auf dem Yogischen Weg zu überwinden.

 

 

 

V


  • Veden: die ältesten Schriften mit religiösen Offenbarungstexten entstanden zwischen 1800 und 1000 vor Christus.
  • Virasana:  der Heldensitz, eine Yogahaltung.
  • Virabhadrasana: der Krieger, eine Yogahaltung
  • Viveka: die Fähigkeit durch Unterscheidung zu verstehen

U


  • Upanishaden: In Sanskrit geschriebene Schriften aus spätvedischer Zeit, entstanden zwischen 1000 und 800 vor Christus. In den Upanishaden wurde erstmals die von den Priestern (Brahmanen-Kaste) vorgegebene Ordnung in Frage gestellt. Es wurde nach den Ursachen menschlichen Leidens gefragt und wie es überwunden werden konnte. Wer ist Gott, was ist Leben und was ist Tod? Was ist Wahrheit und war Erlösung denkbar?

Y


  • Yoga: wörtl. anjochen, vereinigen, verbinden integrieren, Yoga Praxis und Meditation, Vereinigung von Körper, Geist und Seele.
  • Yama: Die erste Stufe des Ashtanga Yoga bestehend aus fünf ethischen Prinzipien: Gewaltlosigkeit (ahimsa), Wahrhaftigkeit (satya), Nicht-Stehlen (asteya), geschlechtliche Enthaltsamkeit (brahmacarya), Freisein von Habgier (aparigraha).

Quellen und weiterführende Literatur:

"Licht auf Yoga" von B.K.S. Iyengar, erschienen im O.W. Barth Verlag

"Der Urquell des Yoga" von B.K.S. Iyengar, erschienen im O.W. Barth Verlag

"Yoga Philosophie"von Georgie Grütter, Leitfaden für die Iyengar Yogalehrer/innen Ausbildung, herausgegeben von Hermann Traitteur/ Yoga Mitte Berlin